wieder da

13. November 2010

Am 11.11. habe ich das erste Mal wieder europäisches Festland betreten. Wir haben vor Cascais geankert und sind mit dem Dinghi an Land gefahren. Am 12. sind wir dann in Lissabon eingelaufen und hatten ein schönes Captain Dinner bei angenehme Temperaturen an Deck (im November !!!).

Am 18.11. werde ich dann wieder nach Deutschland fliegen.

Bis denn,
Andreas


in Europa angekommen

31. Oktober 2010

Ich bin wieder in Europa.
In Halifax sind wir am 9.10. in Halifax (Bild1) ausgelaufen und bekamen kurz nach dem Ablegen gleich eins auf die „Mütze“. Wir hatten das Schiff auf stürmische See vorbereitet, aber keine hatte damit gerechnet, dass es sofort in die Vollen geht. Windstärke 8 und 3Meter Wellen waren selbst für die erfahrenere Crew eine Herausforderung. So hat plötzlich von meiner Wache nur noch die Hälfte. An diesen ersten Tagen habe ich gar keine Fotos gemacht da wir hauptsächlich mit Schlafen beschäftigt waren.

So ein Wetter hatten wir zwar erwartet, aber nicht sofort. Doch dann kam die andere Überraschung. Die Temperaturen stiegen auf Sommerliches Niveau. Wasser 24°, Luft 23°. Wir hatten nämlich Flaute und wurden vom Golfstrom gen Osten getrieben. Also haben wir uns damit beschäftigt, schöne Sonnenuntergänge zu fotografieren.

Während der Flaute kam ich dann auch noch mal dazu meine Kartoffelkanone auszuprobieren. Jemandem aus der Crew muss das so gut gefallen haben, dass er das in den Grüßen an die Tagesmeldung gehängt hat. Vorher hatte es im Forum eine Diskussion wegen eines Youtube Videos von Törn 303 gegeben (Atlantiküberquereung im April, ). Dort haben wir alte Brötchen verschossen. Das Video ist entschärft worden und ich hatte dem Vorstand aus Halifax versprochen die Kanone auf dem Atlantik (Rückweg, vor den Azoren) zu entsorgen. Diese Diskussion wurde nun neu entfacht und ich aufgefordert die Kanone zu zerstören. Da ich das sowieso vorhatte kommt mit Bild4 das Beweisfoto.

An einigen Morgen hatten wir sowenig Wind, dass sich er Klüverbaum im Wasser spiegelte (Bild6). Man kann sich kaum vorstellen, dass 4000m Wasser so ruhig sein können.

Auf der Überfahrt haben wir jede Menge Delphine und auch Wale (Bild7) gesehen. Wir haben die Zunahme des Mondes verfolgt (Bild8), der uns leider die Sternenklaren Himmel verblendet hat, dass man nur die großen Sternenbilder erkennen konnte.

Ein weiteres Phänomen, das sehr selten zu Beobachten ist, habe ich leider nicht fotografieren können. Wir haben einen grünen Blitz
(http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCner_Blitz) beim Sonnenuntergang und einen beim Sonnenaufgang gesehen. Darauf hatten wir schon seit dem Hinweg über den Atlantik gehofft.

Am Freitag den 22.10. sind wir dann in Horta auf Faial eingelaufen. Wir waren dabei einer Empfehlung eines Steuermannes gefolgt, der vor Jahren schon mal auf der Insel war. Die Pier ist voll mit Bildern von Schiffen und Crew, die in Horta festgemacht haben. Außerdem gibt es dort eine sehr bekannte Bar namens „Peter Cafe Sport“. Das ist ein Seglertreff, der den angeblich besten Gin Tonic macht.

Auf Faial haben wir dann einen langen Ausflug über die Insel gemacht. Auf Bild 12 sieht man z.B. den Pico im Sonnenaufgang. Wir waren in einen schönem Naturpool Baden und haben uns auch den Rest der Insel angeschaut. Als kleine Auswahl der Eindrück gibt es einen sehr schönen Leuchtturm und ein typisches Steinhaus. Am Ende des Ausflugs habe ich noch ein Bild von der Roald im Hafen gemacht.

Jetzt sind wir in Ponta Delgada im Hafen und bereiten das Schiff und die Crew für den letzten Teil der Atlantik Rundtour vor. Heute sind die Trainees angereist und wir werden vermutlich am Dienstag auslaufen.

Wenn wir in Setubal (40km südlich von Lissabon) ankommen schließt sich eine kleine Werftzeit an. Mein Rückflug nach Deutschland werde ich am 18.11. antreten.

Bis denn,
Andreas


und weg isser

8. Oktober 2010

Ich bin dann mal wieder weg. Wir laufen heute um 14 Uhr aus. Das ist in 1h40. Man kann die Reise unter den Tagesmeldungen verfolgen.

Bis denn,
Andreas


Chicago to Montreal

29. September 2010

Erst einmal noch ein paar mehr Bilder von Chicago. Dort habe ich die aktuellen Bilder gar nicht mehr verwendet, sondern nur den Bericht zu Ende geschrieben.

Die Bilder 1-3 sind noch auf dem Weg nach Green Bay entstanden, wo wir plötzlich sehr starken Nebel hatten. Das Bild der Bounty im Nebel erinnert ein bisschen an Fluch der Karibik.

Die Bilder 4 und 5 sind vom Start des vierten Rennens. Auf dem einen ein Kopf an Kopf Rennen der Europa und der Denis Sulivan. Und ein „unbekanntes“ Schiff mit vier Masten.

Auf dem Weg von Muskegon nach Chicago haben wir die Niagara getroffen (Bild6) und nachts am Abend zusammen geankert (Bild 7). Wir wurden auf die Niagara eingeladen und haben dort Blues Brothers, auf die Royal projiziert, angeschaut.

Die Einlaufparade in Chicago war sehr aufregend, da wir das erste Mal wieder Vollzeug gesetzt hatten, inklusive Royal (Bild 8). Die Groß wurde nicht gesetzt, um den Überblick bei der Parade zu behalten. In Chicago sind wir an der Skyline vorbeigefahren und so konnten alle Schiffe bewundert werden. Bild 9 zeigt die Niagara, wie sie zwischen der Skyline und einem Feuerschiff vorbeifährt. Die Skyline von Chicago von unserem Liegeplatz aus fotografiert sieht man auf Bild 10. Jeden Abend um 2100 und um 2130 gab es ein Feuerwerk das erste auf unserer Seite der Pier, später dann auf der anderen Seite. Bild 11 gibt einen Eindruck davon.

In Chicago haben wir als Crew uns so organisiert, dass jeder mindestens einen ganzen Tag frei hat. So ist Bild 12 entstanden, als ich an meinem freien Tag durch Chicago gelaufen bin und die Sonne hinter den Wolken als HDR-Bild fotografiert habe.

In Chicago bin ich dann auf die Niagara umgestiegen. Schon in Toronto habe ich mich mit dem Kapitän darüber unterhalten und jetzt war es endlich soweit. Am Montagmorgen um 8 kam ich an Bord und bekam meine Seesack- und Hängemattennummer zugeteilt. Damit war ich auch einer Wache, nämlich der Wache Charlie, zugeordnet. Die Wachzeiten variieren während eines Törns. Es gibt auf der Niagara nur fünf Wachzeiten. Nämlich von 7-13, von 13-18, von 18-23, von 23-3 und von 3-7. Damit rotieren die Wachen und jeder bekommt mal ne Scheißwache und jeder hat mal 10 Stunden frei.

Am Montag standen noch zwei Tagesausflüge mit Gästen aus Chicago an. Die sind immer sehr anstrengend, auch wenn jedes Mal eine Kanone abgefeuert wird. Deshalb haben wir für die erste Nacht ein anderes Wachsystem eingeführt (mit 5 Wachen), damit wir mehr Schlaf bekommen. So mussten wir nur zwei Stunden Wache gehen.

Meine erste Nacht in einer Hängematte war angenehmer als erwartet. Mir tat zwar morgens der Rücken weh, aber ich konnte nicht genau sagen, ob das von der Arbeit oder von der Hängematte kam. Am ersten Tag bin ich noch rumgelaufen wie bei einem Kinderfußballspiel. Alle laufen zum Ball. So war das auch mit der Crew, die immer dahin gelaufen ist, wo schon welche an einem Tampen standen. Ich kannte zwar das Rigg einer Brigg, aber die Anordnung der Tampen war ganz anders. So waren die Falle für die Rahen nicht von vorn nach achtern und von unten nach oben angeordnet, sondern willkürlich, sodass die Tampen besser laufen. Das würde sich auch im laufe des Jahres immer mal ändern.
Nachdem ich dann am nächsten Tag ausgeschlafen war konnte ich mir das Prinzip und die Positionen der Tampen besser merken und hab’ vorher geschaut wo noch ein Tampen zu holen war.
Ein anderer Unterschied zwischen den Schiffen war, dass auf der Niagara alle Befehle wiederholt werden. Mein Problem dabei war, dass ich nicht wieder holen kann bevor ich den Befehl nicht verstanden habe. Das hat aber meist so lange gedauert, dass die anderen schon wiederholt hatten. Zumindest hatten die den Rest wiederholt. An welchen Tampen ich nun holen oder fieren sollte wusste ich damit auch noch nicht. Das Verständnis der Befehle hat sich aber schnell eingespielt, Befehle direkt wiederholen kann ich aber immer noch nicht.
Wir sind von Chicago aus direkt am Montagabend Richtung Erie ausgelaufen, das das Event in Erie von der Niagara League organisiert wurde und auch die Crew und das Schiff daran beteiligt war. Also sind wir bis zum Lake Erie Motorgesegelt. Im Lake Erie hatten wir dann den genau passenden Wind der uns zu Spitzenzeiten auf 11 Knoten gebracht hat.
In Erie angekommen musste das Schiff, das Maritime Museum und Erie für das Event vorbereitet werden. Damit haben wir am Samstag angefangen. So wurde das Schiffausgeräumt, da nur noch Tagesfahrten gemacht werden, es wurden vier zusätzliche Kanonen für das Heritage Festival an Bord gebracht. Für all die Arbeiten die noch zu tun waren und als kleines Dankeschön bekamen wir dann den Sonntag und Montag frei, da auch noch Labour Day war.
Ab Dienstag haben wir dann bis zum Event in Erie weitergearbeitet, denn am Donnerstagmorgen begann die Parade of Sail mit allen Schiffen. Dort hatten wir soviel Wind und Welle, dass es ein sehr toller letzter Segeltag mit der Niagara wurde. Ein imposantes Bild vom Wellengang und dessen Auswirkungen zeigt Bild 19.

Die Bilder 13-15 zeigen Eindrücke vom Rigg der Niagara.
Die Bilder 16-18 zeigen den Holzofen und den niedrigen Schlafraum.

Am Freitag bin ich dann gleich wieder auf die Roald umgezogen, weil wir doch sehr viel weniger Crew als die Niagara hatten und ich sehr wenig bis nichts über die Niagara erzählen konnte, außer das ich auf ihr gesegelt war.

Die Open Ship Tage waren wie immer stressig, aber da die Veranstalter die Crew selbst waren, gab es fast jeden Abend eine kleine Party. Die endete dann meistens im Rum Runners, der Stammkneipe der Niagara bei Captain and Coke für 1,50$.

Das Event endete am Sonntagabend um 1800 und kurz danach haben wir dann auch abgelegt, weil wir am nächsten Morgen früh um 0600 am Eingang des Wellandkanals sein mussten. Auf dem Weg dahin haben wir das Rigg wieder auf die Schleusen vorbeireitet und alles verdumpt und hart angebrasst. Diesmal haben wir es sogar geschafft beide Nocken innerhalb der Bordwand zu haben. Das geht, wenn die Nocken an Backbord vorn unten sind. Bild 20, 21 und 26 zeigt wie das dann aussieht.

Die Bilder 22-25 zeigen Impressionen von der Fahrt auf der St.Lorenz-Strom. Bild 23 zeigt Boldt Castle und Bild 24 zugehörige Generatorhaus (Vordergrund) und das Bootshaus.

In Montreal angekommen hatten wir wieder drei Open-Ship-Tage. Am Samstag wurden wir mit einem Feuerwerk (Bild 27) direkt von dem Bug der Roald belohnt. Auf Bild 28 sieht man wie die fünf Schiffe an der Pier liegen und die Besucher oben warten an Bord kommen zu dürfen.

Zuletzt noch ein Bild (29) von der Kirche Notre Dame als HDR-Bild aufgenommen an meinem freien Vormittag am Sonntag.

Bis denn,
Andreas


neues von der anderen Seite des Teiches

25. August 2010

Als ich mich das letzte Mal gemeldet hatte waren wir noch auf dem Lake Superior unterwegs. In der Zwischenzeit sind wir auf dem Lake Michigan angekommen und befinden uns jetzt in Muskegon. Auch das ist schon veraltet, denn ich bin letztes Mal nicht dazu gekommen den Blog abzuschicken. Jetzt sind wir nämlich schon in Chicago.

Aber erstmal von Anfang an. Nachdem wir einige sehr schöne Segeltage hatten verließ uns der Wind ganz und so kamen wir doch noch zu einem schönen Badestopp und einer Fotosafari (Bilder 1-3).

Von der Roald scheint eine besondere Atmosphäre auszugehen, denn der Roald-Zoo wurde immer größer. Zuerst hatten wir nur eine Kröte. Dann ist eine Fledermaus dazugekommen (Bild 4). Eines Nachts tauchte auch noch ein Uhu oder Kauz auf (Bild 5). Zu der Fledermaus (Bild 7) gesellte sich dann auch noch eine Libelle (Bild 08).

In Duluth sind wir wieder mit einer Segelparade in den Hafen eingelaufen. An der Pier war wie uns schon angekündigt wurde überfüllt mit Menschen (Bilder 10-11). Es scheint so, dass es hier selten Tall Ships zu sehen gibt. Dass die Leute hier aber 8 Stunden anstehen würden um ein Schiff zu sehen kann ich nicht ganz bestätigen. Es waren wohl nur 2-3 Stunden.

Die Hafentage mit dem Open Ship waren wieder anstrengend wie immer, dafür gab es aber diesmal mehr Vergünstigungen. So konnten wir zum halben Preis Essen gehen.

Von Duluth aus gab es wieder ein Rennen. Diesmal ging es durch den Lake Superior zurück nach Sault St. Marie, wo wir die kurzfristig zugestiegenen Trainees mit einem Captains Dinner Grillen verabschiedet haben. Wieder ging es durch die Schleuse und dann weiter Richtung Green Bay. Wir haben die meisten Nächte geankert, was es schwierig machte in den echten Seebetrieb zu kommen.

In Green Bay angekommen fühlte ich mich irgendwie an Bay City erinnert. Das kann wohl auch daran liegen, dass viele der Crew diese beiden Häfen verwechselt haben. Die Open Shiptage waren wie in den anderen Häfen auch. Am Anreisetag fand schon die Crewparty statt. Diese wurde von einer lokalen Brauerei einer sogenannten Microbrewery gesponsert. Endlich mal richtiges Bier in Amerika. Es hieß zwar Kölsch, hat aber gut geschmeckt.

Von Green Bay ging es dann weiter nach Muskegon. Dort haben wir eine Gruppe Jugendliche an Bord genommen, die sonst Kindern in Chicago beibringen wie man Fußball spielt.

Mittlerweile sind wir in Chicago angekommen und ich bin von der Stadt beeindruckt. Hier ist alles Perfekt organisiert. Wir hatten schon einen Landanschluss bevor die zweite Gangway geriggt war. Wir werden mit Essen und trinken versorgt, sodass wir keine Backschaft brauchen.

Ich wird mich dann mal wieder auf dem Weg zum Schiff machen, auch wenn es hier im Hospitality Center schön kühl ist und es freies Essen und Getränke gibt.

Montag werde ich auf der US Flagship Niagara anheuern. Das wird eine große Umstellung. Keine Duschen und unter Deck kann man nicht aufrecht stehen.

Bis denn
Andreas


wo laufen sie denn

28. Juli 2010

Ich habe mal meine Linkseite überarbeitet:
http://andreasbeyer.wordpress.com/wo-ist-er-denn/


Endlich mal Zeit zum Schreiben

28. Juli 2010

Es ist schon länger her, dass ich mich gemeldet habe. Die Hafentage mit dem Open Ship sind sehr anstengend sodass ich bisher nicht zum Schreiben gekommen bin.

Wir sind gerade im Lake Superior unterwegs und hier gibt es endlich mal wieder was wie Bordroutine. So nutze ich meine Freiwache um von dem bisher Erlebten zu berichten.

Das letzte Mal habe ich mich aus Montreal gemeldet. Dort kam ich nach der fünfstündigen Zugfahrt an und bin mit meinem Gepäck eine habe Stunde bis zum alten Hafen und unserer Pier gelaufen. Das Bild 1 zeigt diese ganz anschaulich. Es ist übrigens mal wieder ein HDR (High Dynamic Range) Bild.

Von Montreal aus ging es durch mehrere Schleuse Richtung Lake Ontrario. Vor jeder Schleuse musste die Roald vorbereitet werden. Es wurde Holzfender ausgebracht, da die Reifen- oder Ballonfender in den Schleuse nicht zugelassen sind. Ausserdem müssen die Rahen gedumpt und gebrasst werden, dass sich die Enden der Rahen, die sogenannten Nocken, innerhalb der Borddwandbegranzung befinden. Einen Eindruck davon bekommt man mit Bild 2, das in einer der ersten Schleusen geschossen wurde.

Auf Empfehlung des letzten Lotsen machten wir an einer Pier vor dem Lake Ontario fest. Da es keine Verbindung zum Land gab haben wir uns dabei auch nicht gedacht. Wir wollten am Abend grillen und am nächsten Morgen mit einem neuen Lotsen die Reise fortsetzten. Doch so einfach sollte es nicht sein. Die Border Control hatte uns entdeckt und damit fingen die Probleme an. Nachdem die ersten Papiere kontrolliert waren wurde das Schiff nach blinden Passagieren und danach mit einem Spürhund nach Drogen und verbotenen Stoffen durchsucht. Dabei kam ein Sack getrockneter Paprika zum Vorschein, der seit La Palma an Bord ist. Das brachte unseren Kapitän in Erklärungsnot, denn was macht der Sack im Schrank der Steuermannskammer. Schmuggler versuchen mit scharfen Gerüchen die Nase des Spürhunds zu irritieren. Die Wahrheit konnte das Missverständnis aber lösen.
Nach der Kontrolle wurden dann alle, in 5er-Gruppen, an Land (Cape Vincent) gebracht um die Einreiseformalitäten zu erledigen. Das war ja genau das, was wir verhindern wollten, denn die wenigsten hatten ein Visum für die USA. Erstaunlicherweise verlief die Einreise aber ohne weitere Probleme. Das Visum ersparte einem lediglich die grüne Karte auszufüllen. Abends als alle an Bord zurück waren haben wir dann auf der Pier gegrillt und den Sonnenuntergang (Bild03) bewundert.

Am nächsten Morgen kam dann der Lotse und wir konnten unseren Weg Richtung Toronto fortsetzten. Am Abend tauchte dann aber schon wieder die Coast Guard auf und die eine weitere Kontrolle folgte. Diesmal aber nur ein kurzer Gang durch das Schiff und die Abfrage der Personalien. Wir wissen bis heute nicht was die an uns so interessant fanden. Jedenfalls scheuen die USA keine Kosten und Mühen ihre Grenzen zu sichern. Deren Boot auf Bild 5 und 6 zeigen das deutlich.

Auf dem Weg nach Toronto haben wir einen Ankerstopp vor Niagara-on-the-Lakes gemacht, um es der Crew zu ermöglichen die Niagara-Fälle zu bewundern. Das in vier Stunden zu schaffen ist aber schon recht sportlich. Das Dinghi hat uns in den Yachthafen gebracht und von dort sind wir in 30 Minuten zu den Fällen gefahren. So hatte ich die Gelegenheit doch noch mit der Maid-of-the-Mist zu fahren und das hatte sich auch sehr gelohnt. Die Kamera hatte ich dort aber nicht ausgepackt.

Von Niagara-on-the-Lakes sind wir dann Richtung Toronto gefahren um vor der Skyline noch etwas zu segeln. So kamen wir noch zu einem sehr schönen Segeltag (Bild 7) und einer Segelnacht (Bild 8).

Abends sind wir dann in Toronto eingelaufen. Am nächsten Morgen hatten wir dann Besuch vom Frühstücksfernsehen. Leider sind die Beiträge wieder aus dem Netz verschwunden. Die Hafentage waren viel anstrengender als das was wir aus Halifax oder Montreal gewöhnt waren. An einem Abend hatten wir dann unser Decksrent (Bild 9). Zum Glück wurden wir dazu eingeladen, sonst hätten wir uns nicht an Deck aufhalten dürfen.

Sonntags nachmittags sind dann alle Großsegler in einer Parade (Bild 10 und 11) ausgelaufen. Die amerikanischen Schiffe, die alle mit Kanonen ausgestattet sind, grüßten während der ganzen Parade die Zuschauer an Land. Unter denen soll auch die Queen gewesen sein. Anschließend sind wir in Richtung Welland Kanal aufgebrochen, in dessen Nähe wir die Nacht vor Anker verbracht haben.

Früh morgens sind wir dann mit der Niagara im Schlepptau in die erste Schleuse eingefahren. Zwischen zwei Schleusen hatte uns ein Barde (Bild 12) ein Ständchen und eine gute Reise gewünscht. Auch hier mussten die Rahen wieder gedumpt und gebrasst werden und auch die Holzfender wurden wieder in Position gebracht. In Bild 13 ist das sehr anschaulich zu sehen. In der vorletzten Schleuse kam etwas Hektik auf, als wir Wasser auf Deck bekamen (bild 14). Es bestand aber zu keiner Zeit eine Gefahr für das Schiff oder die Crew. Wir hatten uns nur gefragt, was eine kleine Yacht davon gehalten hätte.

Im Lake Erie angekommen und mit fast allen gesetzten Segeln haben wir die Bounty (Bild 15 und 16) getroffen. Es ist sehr imposant dieses bekannte Filmschiff aus der Nähe zu sehen. Wir bewegten uns nur sehr langsam, da wir fast keinen Wind mehr hatten. Die Feuerübung, eine Vorbereitung auf die Kontrolle der Coast Guard in Cleveland, war gerade erfolgreich abgeschlossen worden als einer unserer Crew über Bord sprang. Damit begann die MoB-Übung (Man-over-Board). Die Schiffe waren aber so dicht zusammen, dass die Bounty den Überbordgefallenen aufgenommen hatte. Der Rückweg war dann aber um so länger, denn jetzt musste er gegen 1kt Fahrt schwimmen.
Später machten beide Schiffe noch einen Badestopp und eine Fotosafari. Diese Gelegenheit habe ich wahrgenommen um von dem Klüverbaum der Bounty zu springen. Die Flugzeit fühlte sich zwei Sekunden länger an als bei unserem. Deren Klüver ist ungefähr so hoch wie unsere Fockrah. In dem Klüverköpperclub der Bounty, wenn es denn einen gibt, waren bisher nur drei Leute, wie ich im Nachhinein erfuhr.

In Cleveland sind wir dann mit allen Schiffen in einer Parade eingelaufen. Hier habe ich dann die Niagara noch mal fotografieren (Bild 17) können. Nachdem wir die Kontrolle der Coast Guard und den zugehörigen Firedrill bestanden hatten, wollten wir den Abend mit Bier und Pizza ausklingen lassen und den Sonnenuntergang (Bild 18) genießen. Doch es bahnte sich schon eine weitere Kontrolle an.
An unserer Pier hielt ein Polizist der Cleveland-Police. Wir dachten der Polizist wollte kontrollieren, ob unter 21jährige Bier trinken, aber er wollte sich nur unterhalten und war am Schiff interessiert. So kamen wir ins Gespräch und er gab uns Tipps, wo man gut weggehen könnte. Er hat dann noch einen Kollegen als Verstärkung angefunkt. Die beiden haben uns dann mit ihren Autos zum empfohlenen Pub gebracht. Es ist schon sehr erstaunlich, was im Land der unbegrenzten Möglichkeiten machbar ist. Dass ich mit einer Bierdose in der Hand im Fond eines amerikanischen Polizeiautos sitzen würde hätte ich nie erwartet. Die Gesichter der Gäste, die uns beim aussteigen beobachteten werde ich so schnell nicht vergessen. Das kann man sich auch in Deutschland nicht vorstellen, auch wenn der Slogan dein Freund und Helfer im Englischen ähnlich heißt, nämlich to serve and protect. Um zwei Uhr schloss dann der Pub und die netten Polizisten holten uns dort auch wieder ab um uns zum Schiff zurückzubringen. Das nenne ich echte Gastfreundschaft. Davon gibt es leider keine Bilder.

Von Cleveland ging es dann weiter nach Bay City. Wir sind dort auch wieder mit einer Parade ausgelaufen und in Bay City mit einer Parade eingelaufen. Die Paraden haben immer den gleichen Ablauf und auch die Schiffsformationen gaben nicht mehr her, sodass ich keine schöneren Bilder mehr anbieten kann.

Bay City war der bisher anstrengenste Hafen mit ca. 4000 Gästen pro Tag. Als Highlight in Bay City wurde uns von der Crew der Bounty schon das Stein Haus empfohlen. Dort waren wir zum Essen eingeladen und unter anderem gab es dort fast echte Bratwurst mit Sauerkraut und Kassler. Abends waren ich dann noch mal dort um Münchner Hofbräu und Hacker-Pschorr Weißbier zu trinken. Endlich mal wieder ein kleines Stück zuhause.

Bay City haben wir Montag morgens verlassen um pünktlich an der Startlinie anzukommen. Von dem ersten Rennen hatte ich ganz vergessen zu schreiben. Vielleicht weil wir nur den zweiten Platz belegt hatten. Das Rennen ging bis kurz vor Sault St. Marie und da es zuwenig Wind gab, die Europa aber vor uns war und einen Termin einzuhalten hatte, haben wir das Rennen fair beendet und damit wohl wieder den zweiten Platz. In Sault St. Marie oder auch Soo haben wir nur eine Nacht verbracht und wurden in den Lake Superior geschleust.

Im Lake Superior kommt jetzt endlich mal segelfeeling auf. Die Roald fängt an zu schaukeln und die ersten werden Seekrank. Die Wellen halten aber nur kurz an. Die letzten Bilder zeigen einiger Impressionen vom Segeln auf dem Lake Superior.

Damit möchte ich erstmal abschließen und verspreche mich bald wieder zu melden, damit man nicht immer so viel zu lesen hat.

Viele Grüße aus dem Lake Superior,
Andreas


Kanada auf dem Land

18. Juni 2010

Wie geplant bin ich in Halifax von Bord gegangen um den Weg von Halifax nach Montreal auf dem Land zurückzulegen. Wir hatten uns gedacht, dass es im Nachbarland der ungebrenzten Möglichkeiten ja nicht so schwierig sein kann ein Wohnmobil zu leihen auch wenn man keins reserviert hat. Am 3.6. waren wir dann bei einer sehr netten Touristeninformation um uns zu erkundigen. Wir haben bei drei verschiedenen RV-Vermietern (Recreational Vehicle) anrufen lassen um nach Preisen und Verfügbarkeit zu fragen. Zuerst hieß es, dass das kein Problem sei, man müsse nur die 900$ für den Rücktransport berechnen. Als wir dann buchen wollten hieß es, man könne so kurzfristig keine Oneway-Vermietungen machen. Also entschlossen wir uns mit einem Mietwagen bis Montreal oder Toronto zu fahren, weil meine Schwester am 12. in Toronto mit dem Flieger ankam. Also ging es weiter zur nächsten Autovermietung. Hier waren keine Fahrzeuge mehr vorhanden. Alle anderen Vermieter konnten uns auch keine Autos mehr anbieten. Der Einzige, der noch Autos zur Verfügung hatte berechtet bei einer Oneway-Miete 1$ pro km extra. Allein der Weg nach Montreal wären so 1200$. Die letzte Option blieb dann mit dem Zug nach Toronto zu fahren und sich dort ein RV zu mieten und auch dort wieder abzugeben.

Also buchten wir per Telefon ein 19Fuß-RV und fuhren mit dem Schlafwagen nach Montreal und dann weiter nach Toronto. Hier gibt es sogar WLAN im Zug for free! Da wir erst um 16Uhr am Samstag ankommen würden und der Vermieter dann schon geschlossen hat, haben wir uns noch für zwei Nächte im Sheraton Gateway Hotel eingebucht. Am Sonntag sind wir dann auch gleich in die Stadt gefahren um den CN-Tower (Bild0) und den HAfen von Toronto anzuschauen. Am Montag morgen wurden wir dann vom Vermieter am Hotel abgeholt und bekamen unseren fast nagelneuen RV (Bild1), der erst 6400km runter hatte und bisher auch nur einen Mieter vor uns. Einmal von British Comumbia nach Toronto. Dann ging unsere Reise endlich los. Wir mussten erstmal einkaufen um uns zu Verpflegen. Und wir brauchen ein Ziel.

Nach dem Proviantieren sind wir von Barrie aus weiter am Lake Simcoe um einen geeigneten Parkplatz zu finden. In der Nähe von Shanty Bay haben wir dann ein ruhiges Plätzchen gefunden um die Nacht dort zu verbringen. Dann sind wir weiter nördlich zu dem Algonquin Provincial Park gefahren. Dort führt nur der Highway 60 durch den südlichen Teil des Parks an dem einige sehr schöne Campingplätze liegen. Die Plätze haben wenig mit denen in Deutschland zu tun. Die Parzellen liegen immer etwas weiter auseinander und sind meistens durhc Bäume und Büsche getrennt. Die Toiletten und Duschen waren erstaunlich sauber und das Wasser fast zu heiß. Die Plätze waern auch meist direkt an Seen angelegt. Einen Eindruck davon vermitteln die Bilder: Bild2 (CanisBay), Bild3&4 (Rock Lake). Der Algonquin Park hätte noch viel mehr auf seinen über 7000km² zu bieten gehabt, aber wir mussten ja zurück nach Toronto um meine Schwester abzuholen.
Auf dem Rückweg waren wir noch in einem anderen Provincial Park, da wir so gute Erfahrungen damit gemacht hatten. Diesmal wurden wir aber etwas enttäuscht, aber wohl nur weil wir vorher direkt an den Seen gestanden hatten und die Parks auch sehr leer waren. Dazu kam auch noch, dass es in dem Mara Park nachts ein Gewitter mit starkem Regen gab.
Am 12. kamen wir dann pünktlich am Toronto Intl. Airport an um meine Schwester abzuholen. Dort ist mir auch wieder was sehr pranktisches aufgefallen. Im Ankunfts-/Abflugbereich darf überhaupt nicht geparkt werden, stattdessen gibt es einen Parkplatz, der keine 5 Min. entfernt ist, auf dem man in Rufbereitschaft parken kann. Dort standen wir nun 2 Std. Vor der Ankunft und haben erstmal Kaffee getrunken.
Die weitere Reise ging dann in den Süden Ontarios. Das Ziel waren die Niagara Fälle. Zuerst sind wir aber zu der Halbinsel Long Point in den Provincial Park gefahren, da man die Fälle am Wochenende meiden sollte. Dasselbe galt aber auch für den Park. Denn viele waren übers WE in den Park zum Campen gefahren. Die Ruhe, die wir von den anderen Parks gewohnt waren, fehlte hier. Dafür gab es einen wunderschönen Sandstrand am Eriesee. Hier blieben wir zwei Nächte und waren jeden Morgen schon vor dem Aufstehen schwimmen.
Am Montag ging es dann weiter an der Küste vom Eriesee entlang zum Rock Point Pakr. Dieser auch direkt am Eriesee gelegene Park war viel schöner, grüner und ruhiger als der vorherige, sodass wir nicht nur eine Nacht dort blieben, sondern noch eine weitere dranhingen. Mittwoch Morgen brachen wir dann auf zu den Niagara Fällen. Die Wegweiser brachten uns direkt zu dem großen Parkplatz des Skylon Towers. Dort konnte man für 5$ den ganzen Tag parken. Das war wie wir später herausbekamen ein sehr guter Preis. Näher an den Fällen musste man schon 13$ für drei Stunden bezahlen. Nachdem wir den Parkschein hatten, war uns auch schon klar, wo wir die Nacht verbringen würden. Da der Parkschein bis 11Uhr am nächsten Morgen gültig war und wir auch kein Schild fanden, dass campen verbot, blieben wir ganz in der Nähe der Fälle und kannte so sehr spontan entscheide, was wir alles anschauen wollten. So entstand zuerst Bild5 nachdem wir einen Regenschauer abgewartet hatten. Nach einer Mittagsruhe und einem Eis im RV gingen wir dann den „Journey behind the Falls“. Hier kann man am Fuße der Fälle durch einen Tunnel hinter den Fällen entlanggehen. Leider gab es nur zwei zugänge zum Wasserfall, der Rest des Journeys war ein einem Tunnel. Bild 6 entstand nach dem Journey auf der Platform am Fuß der Fälle.

Nach dem Abendessen, das wie meistens aus Steak mit Tomatensalat bestand, sind wir dann nochmal zu den Wasserfällen unm sie beleuchtet zu bewundern. Auf Bild 7 kann man die Xenonscheinwerfer mit bunten Lichtern sehen, die die beiden Fälle (die Amerika- und die Hufeisenfälle) anstrahlen. Die Bilder 8&9 sind HighDynamicRange (HDR) Bilder, die aus jeweils drei Aufnahmen zusammengesetzt sind entstanden. Sie zeigen die Fälle, als sie mit weißem Licht angestrahlt wurden. Die bunten Fälle waren mir einfach zu kitschig. Am DOnnerstag morgen sind wir dann dem Niagarariver weiter Richtung Ontariosee gefolgt. Die letzte Niagarafall-Attraktion war dann das AeroCar, dass über den Whirlpool fährt. Auf Bild 10 kann man den Whirpool sehen, der Niagarariver gespeist wird. Über dem Pool kann man auch dir Drahtseile sehen, an dem das AeroCar hängt. In der Nähe der Mündung des Niagararivers liegt das Städtchen Niagara-on-the-Lake, das in der Zeit des Kolonialismus stehengeblieben zu sein scheint. Dort haben wir das Fort George besichtigt, dass im Stil eines Museumsdorfes geführt wird. Es gibt verschiedene Vor- und Führungen. Bild 11 zeigt z.B. einen Soldat, der uns ein Vorderlader erst erklärt hat und dann vorführt.
Von dort sind wir weiter Richtung Oakville gefahren. In der Nähe haben wir die Nacht wieder in einem Provincial Pakr verbracht. Von dort ging es heute Morgen dann zum Bahnhof nach Oakville. Dort bin ich dann eingestiegen um nach Montreal zum Schiff zurückzufahren. Vorraussichtlich komme ich um 17.10Uhr in Montreal an.

Bis denn,
Andreas


zweiter Teil der Seereise ist vorbei

2. Juni 2010

Nun ist schon fast Halbzeit. Seit Montag Abend sind wir in Halifax an einer Pier mitten in der Stadt. Es gibt sogar eine Webcam, auf der man die Roald sehen kann. Es ist das Schiff mit den zwei Masten hinter der weißen Acadia ( http://www.halifaxwebcam.ca/live/index.php?CURRENT_CAM=boardwalk&SET_CAM=boardwalk ).
Auf dem Weg von den Bermudas nach Halifax, der in einem sehr sportlichen Zeitplan absolviert werden musste, war und der Wind größtenteils gut gesonnen. In den ersten Tagen haben wir den Unterwasserbesan eingesetzt um den Zeitplan halten zu können. Denn der vom Wetterbericht angekündigte Wind reichte teilweise nicht für mehr als 2kt.
Den Törnverlauf kann man sich hier anschauen:
http://www.llas.de/fileadmin/images/maps/map_toern0305.png

Hier eine Auswahl der schönsten Bilder dieses Törns.

Bis denn,
Andreas


neues von der anderen Seite des Teiches

22. Mai 2010

Wir sind jetzt auf den Bermudas angekommen und werden hier ein paar Tage verbringen.
Der Weg von Martinique auf die Bermudas, nicht Bahamas, führte und über St. Bartholome, die Insel der Reichen und Schönen. Von dort ging es weiter durch die Sargasso-See. Die ersten Tage hatten wir viel Wind und haben zwichen 6 und 7 Knoten unter Segeln erreicht. Dann schlief der Wind komplett ein, sodass das Wasser wie ein Swimmingpool aussah (s. Gallerie). Bisher hatte ich noch nicht den Sternenhimmel im Meeresspiegel sehen können. Das ist sehr viel angenehmer für die Nackenmuskulatur ;-) . Hier auf den Bermudas werden wir noch bis Montag bleiben.
Ich hoffe in der nächsten Zeit noch etwas über die Atlantiküberquerung schreiben zu können, da ich das bisher versäumt habe.

Bis denn,
Andreas


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