Chicago to Montreal

Erst einmal noch ein paar mehr Bilder von Chicago. Dort habe ich die aktuellen Bilder gar nicht mehr verwendet, sondern nur den Bericht zu Ende geschrieben.

Die Bilder 1-3 sind noch auf dem Weg nach Green Bay entstanden, wo wir plötzlich sehr starken Nebel hatten. Das Bild der Bounty im Nebel erinnert ein bisschen an Fluch der Karibik.

Die Bilder 4 und 5 sind vom Start des vierten Rennens. Auf dem einen ein Kopf an Kopf Rennen der Europa und der Denis Sulivan. Und ein „unbekanntes“ Schiff mit vier Masten.

Auf dem Weg von Muskegon nach Chicago haben wir die Niagara getroffen (Bild6) und nachts am Abend zusammen geankert (Bild 7). Wir wurden auf die Niagara eingeladen und haben dort Blues Brothers, auf die Royal projiziert, angeschaut.

Die Einlaufparade in Chicago war sehr aufregend, da wir das erste Mal wieder Vollzeug gesetzt hatten, inklusive Royal (Bild 8). Die Groß wurde nicht gesetzt, um den Überblick bei der Parade zu behalten. In Chicago sind wir an der Skyline vorbeigefahren und so konnten alle Schiffe bewundert werden. Bild 9 zeigt die Niagara, wie sie zwischen der Skyline und einem Feuerschiff vorbeifährt. Die Skyline von Chicago von unserem Liegeplatz aus fotografiert sieht man auf Bild 10. Jeden Abend um 2100 und um 2130 gab es ein Feuerwerk das erste auf unserer Seite der Pier, später dann auf der anderen Seite. Bild 11 gibt einen Eindruck davon.

In Chicago haben wir als Crew uns so organisiert, dass jeder mindestens einen ganzen Tag frei hat. So ist Bild 12 entstanden, als ich an meinem freien Tag durch Chicago gelaufen bin und die Sonne hinter den Wolken als HDR-Bild fotografiert habe.

In Chicago bin ich dann auf die Niagara umgestiegen. Schon in Toronto habe ich mich mit dem Kapitän darüber unterhalten und jetzt war es endlich soweit. Am Montagmorgen um 8 kam ich an Bord und bekam meine Seesack- und Hängemattennummer zugeteilt. Damit war ich auch einer Wache, nämlich der Wache Charlie, zugeordnet. Die Wachzeiten variieren während eines Törns. Es gibt auf der Niagara nur fünf Wachzeiten. Nämlich von 7-13, von 13-18, von 18-23, von 23-3 und von 3-7. Damit rotieren die Wachen und jeder bekommt mal ne Scheißwache und jeder hat mal 10 Stunden frei.

Am Montag standen noch zwei Tagesausflüge mit Gästen aus Chicago an. Die sind immer sehr anstrengend, auch wenn jedes Mal eine Kanone abgefeuert wird. Deshalb haben wir für die erste Nacht ein anderes Wachsystem eingeführt (mit 5 Wachen), damit wir mehr Schlaf bekommen. So mussten wir nur zwei Stunden Wache gehen.

Meine erste Nacht in einer Hängematte war angenehmer als erwartet. Mir tat zwar morgens der Rücken weh, aber ich konnte nicht genau sagen, ob das von der Arbeit oder von der Hängematte kam. Am ersten Tag bin ich noch rumgelaufen wie bei einem Kinderfußballspiel. Alle laufen zum Ball. So war das auch mit der Crew, die immer dahin gelaufen ist, wo schon welche an einem Tampen standen. Ich kannte zwar das Rigg einer Brigg, aber die Anordnung der Tampen war ganz anders. So waren die Falle für die Rahen nicht von vorn nach achtern und von unten nach oben angeordnet, sondern willkürlich, sodass die Tampen besser laufen. Das würde sich auch im laufe des Jahres immer mal ändern.
Nachdem ich dann am nächsten Tag ausgeschlafen war konnte ich mir das Prinzip und die Positionen der Tampen besser merken und hab’ vorher geschaut wo noch ein Tampen zu holen war.
Ein anderer Unterschied zwischen den Schiffen war, dass auf der Niagara alle Befehle wiederholt werden. Mein Problem dabei war, dass ich nicht wieder holen kann bevor ich den Befehl nicht verstanden habe. Das hat aber meist so lange gedauert, dass die anderen schon wiederholt hatten. Zumindest hatten die den Rest wiederholt. An welchen Tampen ich nun holen oder fieren sollte wusste ich damit auch noch nicht. Das Verständnis der Befehle hat sich aber schnell eingespielt, Befehle direkt wiederholen kann ich aber immer noch nicht.
Wir sind von Chicago aus direkt am Montagabend Richtung Erie ausgelaufen, das das Event in Erie von der Niagara League organisiert wurde und auch die Crew und das Schiff daran beteiligt war. Also sind wir bis zum Lake Erie Motorgesegelt. Im Lake Erie hatten wir dann den genau passenden Wind der uns zu Spitzenzeiten auf 11 Knoten gebracht hat.
In Erie angekommen musste das Schiff, das Maritime Museum und Erie für das Event vorbereitet werden. Damit haben wir am Samstag angefangen. So wurde das Schiffausgeräumt, da nur noch Tagesfahrten gemacht werden, es wurden vier zusätzliche Kanonen für das Heritage Festival an Bord gebracht. Für all die Arbeiten die noch zu tun waren und als kleines Dankeschön bekamen wir dann den Sonntag und Montag frei, da auch noch Labour Day war.
Ab Dienstag haben wir dann bis zum Event in Erie weitergearbeitet, denn am Donnerstagmorgen begann die Parade of Sail mit allen Schiffen. Dort hatten wir soviel Wind und Welle, dass es ein sehr toller letzter Segeltag mit der Niagara wurde. Ein imposantes Bild vom Wellengang und dessen Auswirkungen zeigt Bild 19.

Die Bilder 13-15 zeigen Eindrücke vom Rigg der Niagara.
Die Bilder 16-18 zeigen den Holzofen und den niedrigen Schlafraum.

Am Freitag bin ich dann gleich wieder auf die Roald umgezogen, weil wir doch sehr viel weniger Crew als die Niagara hatten und ich sehr wenig bis nichts über die Niagara erzählen konnte, außer das ich auf ihr gesegelt war.

Die Open Ship Tage waren wie immer stressig, aber da die Veranstalter die Crew selbst waren, gab es fast jeden Abend eine kleine Party. Die endete dann meistens im Rum Runners, der Stammkneipe der Niagara bei Captain and Coke für 1,50$.

Das Event endete am Sonntagabend um 1800 und kurz danach haben wir dann auch abgelegt, weil wir am nächsten Morgen früh um 0600 am Eingang des Wellandkanals sein mussten. Auf dem Weg dahin haben wir das Rigg wieder auf die Schleusen vorbeireitet und alles verdumpt und hart angebrasst. Diesmal haben wir es sogar geschafft beide Nocken innerhalb der Bordwand zu haben. Das geht, wenn die Nocken an Backbord vorn unten sind. Bild 20, 21 und 26 zeigt wie das dann aussieht.

Die Bilder 22-25 zeigen Impressionen von der Fahrt auf der St.Lorenz-Strom. Bild 23 zeigt Boldt Castle und Bild 24 zugehörige Generatorhaus (Vordergrund) und das Bootshaus.

In Montreal angekommen hatten wir wieder drei Open-Ship-Tage. Am Samstag wurden wir mit einem Feuerwerk (Bild 27) direkt von dem Bug der Roald belohnt. Auf Bild 28 sieht man wie die fünf Schiffe an der Pier liegen und die Besucher oben warten an Bord kommen zu dürfen.

Zuletzt noch ein Bild (29) von der Kirche Notre Dame als HDR-Bild aufgenommen an meinem freien Vormittag am Sonntag.

Bis denn,
Andreas

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